„… aus Privathand & [von] verschiedenen Händlern …“

Wilhelm Busch, „Fanny mit Kopftuch“, 1850/53 (WBM)
Der erste Beleg über Ankäufe, die vor der Gründung der Gesellschaft getätigt wurden, findet sich in einem Schriftstück vom 8. Mai 1935. Hierin führt Emil Conrad, Geschäftsführerder Wilhelm-Busch-Gesellschaft, zehn Ölgemälde auf, die erbereits „Ab 1929 … aus Privathand & [von] verschiedenen Händlern“ angekauft hatte. Den für die zehn Bilder angefallenen Gesamtbetrag hatte er zunächst privat beglichen, um sich diesen dann später von der Wilhelm-Busch-Gesellschaft zurückerstatten zu lassen.

Eine Handhabung, die er auch bei vielen der nachfolgenden Erwerbungen beibehalten sollte. Unter den von ihm in diesem Beleg aufgeführten Werken befindet sich das in den frühen 50er Jahren des 19. Jahrhunderts entstandene Gemälde Fanny mit Kopftuch, dort als Madonna bezeichnet.

Originalbeleg über erste Gemäldeankäufe vom 8. Mai 1935
Bereits in der ersten Satzung der Wilhelm-Busch-Gesellschaft wurde der Sammlungsaufbau als eines der wesentlichen Ziele genannt. Die Ausgangslage für den systematischen Erwerb von Wilhelm-Busch-Werken und somit zum Aufbau einer eigenständigen Sammlung gestaltete sich in diesen frühen Jahren noch außerordentlich günstig. Obwohl durch mehrere Ausstellungen seit Buschs Tod 1908 schon zahlreiche Arbeiten in privaten und öffentlichen Besitz gelangt waren, befand sich der bedeutendste Teil nach wie vor im Eigentum der Familien der Busch-Neffen Otto, Hermannund Adolf Nöldeke und bei den Verlagen Braun & Schneider und Bassermann, die die berühmten BildergeschichtenWilhelm Buschs veröffentlicht hatten. Darüber hinaus begünstigte die allgemeine Wirtschaftskrise in der ersten Hälfte der 30er Jahre die Ankaufsmöglichkeiten aus privatem Besitz.